Ferienvermietung auf Mallorca: Moratorium, Verbote, Strafen

Ferienvermietung auf Mallorca wird erstmal weitgehend verboten. Durch ein Moratorium wird erstmal für 8 bis 10 Monate das gemacht, was viele mallorquinische Politiker am Liebsten machen: gar nichts. Aber im Ernst: was bedeutet das Moratorium für Eigentümer von Ferienhäusern auf Mallorca?
Die Ferienvermietung auf Mallorca ist ein lukratives Geschäft, welches nicht nur Deutsche, sondern auch viele Mallorquiner für sich entdeckt haben. Liegt doch die erzielbare Miete aus der Ferienvermietung um ein vielfaches höher als die Einnahmen aus einer Langzeitvermietung. Den Nachteil haben Mieter, die bezahlbaren Wohnraum auf Mallorca suchen.
Dem Thema haben sich nun Politiker vor allem linker und marxistischer Parteien angenommen (in zwei Jahren sind wieder Parlamentswahlen, da will man von sich reden machen!) und völlig überraschend und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mitten in der Hochsaison die Ferienvermietung auf Mallorca verboten.

Eine Reform der Ferienvermietung, die gründlich schief ging

Geplant war tatsächlich vom Parlament eine Reform der Ferienvermietung auf Mallorca. Diese Reform war tatsächlich überfällig, weil nationale und regionale Gesetze dazu in einem gewissen Widerspruch standen. Legal durften nur Häuser und Doppelhaushälften vermietet werden. Tatsächlich wurden aber im grossen Stil Wohnungen über Portale wie AirBNB und HomeAway angeboten.

Da Wohnraum in Palma knapp ist, wollte man das Vermieten von Wohnungen in Palma regulieren. Die Abstimmung im Parlament lief aber schief, weil ein Politiker der Protestpartei Podemos anders votierte als ursprünglich vereinbart. Dadurch kam es zu einem Kuriosum: wesentliche Teile des Gesetzes zur Ferienvermietung wurden novelliert, bis auf den Passus zu Strafen für die illegale Ferienvermietung.
Der Tourismusminister Bauzá entschuldigte sich daraufhin bei den Bürgern. Geholfen hat das wenig:

In einem neuerlichen Anlauf wurde die Entscheidung vertagt. Ein Moratorium von 8 bis 10 Monaten soll jetzt Ruhe bringen. In dieser Zeit sollen keine weiteren Genehmigungen für Ferienvermietung vergeben werden dürfen. Damit werden jetzt vor allem die Gemeinden an die kurze Leine gelegt. Denn die verdienen bisher bei der Vergabe der Lizenzen zur Ferienvermietung.

Gründe für ein Moratorium gibt es nicht, Gründe für ein neues Gesetz schon

Gründe für ein Moratorium gibt es nicht. Es gibt auch keine Antwort darauf, wie Touristen entschädigt werden sollen, die regulär Ferienwohnungen gebucht haben und nun ihren Urlaub nicht antreten können. Es besteht nur Klarheit, dass ein gebuchter Urlaub nicht angetreten werden kann. Nicht geklärt ist die Frage, wie mit gestrandeten Familien umzugehen ist, die in Palma ankommen und plötzlich feststellen, dass sie keine Unterkunft haben.

Jetzt soll der Consell insular (der Inselrat) in aller Ruhe in den nächsten acht bis zehn Monaten (!) festlegen, wo und unter welchen Voraussetzungen neue Vermietungslizenzen vergeben werden. Und hier im Inselrat ist man genügend weit weg von den Bürgern und viel näher dran an den Hoteliers, die schon immer gegen Ferienvermietung waren. Schon werden erste Tendenzen an die Presse lanciert:

Vermietungslizenzen soll es nicht dort geben, wo es bereits Hotels gibt. Das bedeutet: in der Gemeinde Calviá mit den touristischen Zielen Paguera, Santa Ponsa, Palma Nova und Portals soll in Zukunft nicht vermietet werden dürfen. Noch dürfen sich Eigentümer über einen Bestandsschutz freuen. Bestehende Lizenzen sollen nicht eingezogen werden dürfen.

Wer mehr über das Thema Ferienvermietung auf Mallorca erfahren möchte, kann sich auf der Webseite der Zeitung Ultima Hora sehr gut dazu informieren. Auch in diesem Blog gibt es unter dem Tag Ferienvermietung alles über Mallorca Immobilien als Geldanlage.