Fatales Erbrecht: Die 5 schlimmsten Fallen, wenn Sie vererben

„Hurra, wir erben“. Nach Trauer und Freude über die Erbschaft folgt oft der Frust. Auch Vererben und Erben ist Strategie. Wüsste manch ein Erblasser, was er angerichtet hat, würde er sich im Grabe umdrehen. Sie glauben dies nicht?

1.
Das Gesetz sagt unmissverständlich, dass ein Testament handschriftlich verfasst und persönlich unterschrieben sein muss. So stellen beispielsweise zwei auf einem Fotoumschlag angebrachte Aufkleber mit dem Hinweis: „V. ist meine Haupterbin“, kein wirksames Testament dar (OLG Hamburg 2 W 80/13). Wer selbst nicht mehr zum Schreiben in der Lage ist, kann das Testament bei einem Notar errichten. Es genügt nicht, den Text vom Ehepartner schreiben zu lassen und dann sein Namenskürzel darunter zu setzen. Auch ein auf einem Tonband oder Video aufgenommenes Testament ist völlig wertlos.

2.
Wer mehrere gesetzliche Erben hat, überträgt seinen Nachlass in die Erbengemeinschaft. Einigen sich die Erben erfahrungsgemäß nicht auf eine faire Verteilung des Nachlasses, muss der Nachlass zwangsweise auseinandergesetzt und oft versteigert werden. Die Folge ist, dass Vermögenswerte meist verschleudert werden. Auch wenn ein Erbe bereit ist, das geliebte Familienwohnheim zu übernehmen, scheitert der Wunsch daran, dass sich die Erbengemeinschaft nicht auf einen angemessenen Kaufpreis einigen kann. Fälle dieser Art lassen sich nur vermeiden, wenn ein Testament errichtet wird.

3.
Hat der Erblasser ein Testament verfasst und einen Wunscherben bestimmt, muss er gleichfalls in der Perspektive denken. Andere gesetzliche Erben haben Anspruch auf den Pflichtteil. Der Wunscherbe muss die anderen Erben auszahlen. Die dafür notwendige Liquidität muss er sich meist mühsam beschaffen. Hat er das Familienwohnhaus übernommen, muss er im ungünstigsten Fall das Haus verkaufen. Der Wunsch des Erblassers, das Haus im Familienbesitz zu halten, verpufft.

4.
Der Erblasser muss immer daran denken, dass auch der Fiskus Interesse am Nachlass hat. Es gilt, die hohen Freibeträge des Schenkungs- und Erbschaftssteuerrechts zu nutzen. Wer frühzeitig zu Lebzeiten Teile seines Vermögens überträgt, erspart den Erben oft Erbschaftssteuer. Die eigene Rechtsposition lässt sich durch Einräumung von Wohnrechten oder Nießbrauchsrechten problemlos absichern.

5.
Besonders kritisch ist die Situation, wenn Unternehmen oder Gesellschaftsanteile vererbt werden. Meist fehlt es an der notwendigen Liquidität, um nach dem Erbfall den Nachlass abzuwickeln. Dann müssen Unternehmensteile verkauft werden. Oft fehlt den Erben die Kompetenz, unternehmerische Aufgaben wahrzunehmen. Für manches Unternehmen bedeutet dies den Ruin.

Fazit

Vermögend sein bedeutet Verantwortung. Wer die Lebensperspektiven seiner Erben bewahren möchte, sollte frühzeitig vorsorgen. Dazu gehört auch die richtige Liquiditätsplanung. Erben sind damit regelmäßig überfordert. Wir können Sie in dieser Situation kompetent unterstützen. Fragen Sie uns, wir zeigen Ihnen Wege auf!