Das kommt mir spanisch vor: spanische Wirtschaftsdaten verwirren die Experten.

By Christoph Albeck

Madrid – Die vom Amt für Statistik in Madrid publizierten Zahlen zu Beschäftigung, zu Lohn-Stück-Kosten und zum Export stehen in krassem Kontrast zu den Zahlen, die der internationale Währungsfonds zu Spanien veröffentlicht hat. Heute greift das renommierte Wall Street Journal in die Debatte ein und ergreift eindeutig Partei für die spanischen Zahlen. „Die IWF-Zahlen stehen in krassem Gegensatz zur Realität“, die Reformen im Bereich Finanzmarktregulierung und Neuausrichtung der Banken einerseits und Arbeitsmarktreformen und Sozialreformen (sprich: Kürzungen) andererseits, beginnen zu wirken. Das große „spanische Experiment„, auf das sich Premierminister Mariano Rajoy eingelassen hat, beginnt in den letzten Wochen vor der Sommerpause bereits Früchte zu tragen.

Für die berufsmäßigen Skeptiker, für die „Propheten der Apokalypse“, so das WSJ, sind alle diese Zahlen natürlich noch nicht überzeugend genug. In den letzten Wochen gingen alle Indikatoren nach oben, vom BIP über die Beschäftigung, vom Außenhandelsüberschuß bis zum Wohnungsmarkt und den Verkaufszahlen für Kraftfahrzeuge. Soll das alles nur geschummelt sein? Oder ist alles nur ein Effekt der tatsächlich enorm starken Tourismus-Saison? Ein Phyrrus Sieg, der auf tönernen Füßen steht?

Manchem kommen die Zahlen tatsächlich „spanisch“ vor.
Vor nicht einmal sechs Monaten war die Apokalypse nahe. Niemand gab noch etwas auf Spanien. Doch von Mai bis Juli – und das können alle bestätigen, die in dieser Zeit in Spanien waren – belebte sich die Ökonomie und stieg auf wie Phoenix aus der Asche. Nicht zuletzt angetrieben von einer Ideologie der Fähigkeit zur Selbstreinigung des Marktes wurde in Spanien ein Experiment gestartet, welches niemals zuvor in einer westlichen Demokratie unternommen wurde: große Akteure der spanischen Bauwirtschaft wurden in die Pleite geschickt, Banken und Sparkassen wurden fusioniert. Bei beiden Strukturmaßnahmen wurde eine hohe Arbeitslosigkeit in Kauf genommen. Außerdem wurden über 100.000 Beamtenstellen abgebaut.

Für den IWF gehen nun die Reformen nicht weit genug. Eine pauschale Lohnkürzung von 10% wird vorgeschlagen. Doch wie soll das gehen? Vor allem jetzt, wo die Arbeitslosigkeit abnimmt?

Experten mahnen tatsächlich, daß es im Herbst auch schnell wieder vorbei sein kann mit der Herrlichkeit der positiven Zahlen. Nicht alle Hausaufgaben sind gemacht. Außerdem steht die Regierung von Rajoy innenpolitisch mit dem Fall Barcenas unter Druck.

Aber selbst wenn Spaniens Wirtschaft den Boden gefunden hat. Auch die Eurozone insgesamt ist weit davon entfernt, ihre eigenen Probleme gelöst zu haben. Das zeigt auch der immer noch hohe Spread zwischen deutschen und spanischen Staatsanleihen.

Und dann gibt es noch die Schwergewichte Frankreich und Italien, die mit ihrem Wunsch nach Eurobonds einen komplett anderen Weg gehen möchten als Spanien unter Mariano Rajoy.

Ein heißer Herbst für Geldanleger steht uns also bevor.

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