Premiere: jetzt machen sogar die Saudis Schulden

 |  November 22 2016

Von 2011 bis Sommer 2014 lag der Ölpreis über 100 Dollar pro Barrel. Gute Zeiten für Ölförderländer. Doch im Herbst 2014 begann der Absturz: Bis Anfang dieses Jahres verlor Öl drei Viertel seines Wertes. Der Abwärtstrend wurde zwar im Jahresverlauf gebrochen. Mit rund 50 Dollar pro Barrel ist der Ölpreis aber immer noch kaum halb so hoch wie bis Mitte 2014. Was die Ölverbraucher freut, ist für die Ölförderer zum Problem geworden. Die einst sagenhaft reichen Golfstaaten machen Schulden. Saudi-Arabien verzeichnete bereits für 2015 ein Haushaltsdefizit von 98 Mrd. Dollar oder 15 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Lücke muss mit Schulden geschlossen werden. Und das geschieht durch die Ausgabe von Anleihen. Bahrain, Abu Dhabi, Oman und Katar haben Anleihen im Gesamtvolumen von zusammen rund 20 Milliarden Dollar herausgegeben. Doch die jüngst von Saudi-Arabien begebenen Anleihen stellen das in den Schatten: Mit 17,5 Milliarden Dollar ist es die bislang größte Anleihetransaktion eines Schwellenlandes. Und sie wird als Erfolg gewertet, denn die ersten Staatsanleihen Saudi-Arabiens fanden reißenden Absatz. Die Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit hat einen jährlichen Kuponzins von 2,375 Prozent, die zehnjährige Anleihe von 3,25 Prozent und die Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit hat einen Kupon in Höhe von 4,5 Prozent. Damit hat sich das Land die
weltweit ungewöhnlich niedrige Zinsen für lange Zeit gesichert und gutes Timing bewiesen. Im Vorjahr hatten sich internationale Anleger große Sorgen um die Emerging Markets gemacht und eine Anleiheemission zu diesen Konditionen und in diesem Umfang wäre nicht möglichgewesen. Nicht zuletzt die Stabilisierung des Ölpreises dürfte die Bereitschaft erhöht haben, Saudi-Arabien Geld zu leihen. Auch langfristig dürfte der Ölpreis der zentrale Faktor bleiben, der die Bonität Saudi-Arabiens und der anderen Golfstaaten maßgeblich bestimmt. Heute lässt sich kaum abschätzen, wie sich der weltweite Ölverbrauch und Ölpreis in den kommenden 30 Jahren entwickeln wird. Und auch die politische Stabilität der Region könnte zu einem Faktor werden. Wie schnell sich die wirtschaftliche Lage ändern kann, zeigt ein Blick auf die Devisenreserven Saudi-Arabiens. Sie lagen 2014 noch bei 732 Milliarden Dollar und schrumpften auf jetzt wohl nur noch 560 Milliarden Dollar. Bei einem ähnlich schnellen Verbrauch der Devisenreserven würden diese also nur für wenige Jahre reichen. Risikostreuung, professionelle Auswahl und aktives Timing machen auch bei Schwellenländer-Anleihen Sinn.
Anleger, die ihre eigene Strategie verfolgend, finden in meinem Finanzkontor Fonds Shop 24 die entsprechenden Möglichkeiten.

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