Zinssenkung der EZB und Auswirkungen auf Spanien

By Christoph Albeck

spanische Vermoegenssteuer

Marktbericht: Spanien freut sich wieder einmal über Mario Draghi

Spanien gehört sicherlich zu den Ländern, die am Meisten von der jüngsten Zinssenkung der EZB profitieren könnten. Die letzte Zinssenkung der EZB wird positive Wirkung auf Spanien in zweierlei Hinsicht haben: Hypotheken und Staatsanleihen werden billiger. Und durch die spezifische Eigenheit der variablen Finanzierung wird diese Entspannung direkt in den Märkten ankomen: bei den privaten Haushalten, die eine direkte Senkung ihrer monatlichen Hypothekenrate erwarten dürfen und andererseits beim Zentralstaat, der sich nun günstiger finanzieren kann und sicherlich alte Staatsschulden aufkaufen wird. Ob und wie sich die Zinssenkung aber auf den Unternehmens-Sektor auswirkt, bleibt abzuwarten. Der hat ganz andere Probleme. Die Börse in Madrid reagiert aber zunächst einmal positiv.

Euribor sinkt auf Allzeit-Tief

Im Zuge der EZB Zinssenkung sinkt der Euribor auf ein Allzeit-Tief, unter 0,5% (genau:0,493%).
Der Euribor ist vor allem in Spanien ein wichtiger Zinssatz, weil er in die Berechnung des Darlehenszinses von Bankkunden einfließt. Vor allem bei Hypothekendarlehen, die vor 2008 begeben wurden, bildet er den Basiszins, auf den jede Bank einen Zuschlag erhebt.
Bei einer Standard-Hypothek von 120.000 EUR auf 20 Jahre bedeutet die gestrige Zinssenkung eine Ersparnis von 44 EUR pro Monat bzw. 528 EUR jährlich.

Die Zinsen für spanische Staatsanleihen sinken unter 4%, zum ersten Mal seit 2010

Wie die spanische Wirtschaftszeitung Expansion schreibt, setzen die spanischen Bonds ihre Erhohlung fort und markieren ein neues Zins-Minimum.
Die europäische Zentralbank hatte kaum die Zinsen gesenkt, da hat sich diese Zinssenkung schon am spanischen Bondmarkt bemerkbar gemacht. Zum ersten Mal seit 2010 sinkt die 10jährige Anleihe auf unter 4%.
Die Risikoprämie zum deutschen Bund sinkt auf 280 Basispunkte.

Seit 2010 gab es keine so günstige Emission mehr.

Seit 2010 mußten bei spanischen Anleihe-Emissionen immer höhere Zinsen bezahlt werden. In der Spitze, letzten Juli, bis zu 7%. Danach kamen die beruhigenden Worte von Mario Draghi, den Euro um jeden Preis retten zu wollen. Und die Zinsen fielen.

Die Risikoprämie sank bei der gestrigen Auktion selbstverständlich für alle Laufzeiten auf ein Rekordtief.
Den genauen Artikel können Sie hier nachlesen.

IBEX 35 mit Gewinnen

Auch wenn die Börse in Madrid derzeit auf US-Zahlen wartet und uneinheitlich ist, kann das Halten der 8.400 Punkte Marke als klarer Vertrauensbeweis gewertet werden, dass durch die europäische Zinssenkung der Abschwung der spanischen Wirtschaft vielleicht doch schwächer verläuft.
Insbesondere Hoffnung gibt die Aussage der EZB, Maßnahmen zu treffen, um die dringend benötigte Kreditversorgung kleinerer und mittlerer Betriebe in Südeuropa anzukurbeln.
Derzeit vergeben spanische Banken (fast) keine Kredite an die sogenannten PYMES, weil die Banken Angst haben, dass Darlehen nicht bedient werden. Aber auch große Unternehmen zahlen derzeit hohe Kreditzinsen, was viele in der Vergangenheit in den Anleihemarkt getrieben hat.
Eine Entspannung am Kreditmarkt für Unternehmen wird den Ibex35 weiter nach oben treiben.

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