Börsen im Übernahmefieber

Börsen im Übernahmefieber
Es gibt viele Gründe, Aktien zu kaufen. Im Normalfall kaufen Anleger Aktien mit der Absicht, diese irgendwann wieder zu verkaufen. Es gibt allerdings auch Aktienkäufer, die große Stückzahlen bestimmter Aktien kaufen, um diese nie wieder zu verkaufen: Wer die Mehrheit der Aktien einer Aktiengesellschaft kauft, kann das Unternehmen übernehmen. Für die anderen Aktionäre ist das in der Regel ein gutes Geschäft.
Das Übernahmekarussell an den Aktienmärkten dreht sich gegenwärtig schnell. Eine der größten Übernahmen plant das US-Telekommunikations-Unternehmen AT&T. Es will den Medienkonzern Time Warner übernehmen. Der gebotene Kaufpreis liegt bei mehr als 85 Milliarden Dollar. Allerdings ist die Übernahme umstritten und bedarf noch der Zustimmung des US-Senats. Politiker, darunter der Präsidentschaftskandidat Trump, kritisieren die große Marktmacht, die aus einem Zusammenschluss der beiden Konzerne entstehen würde. AT&T zeigt sich aber überzeugt, grünes Licht von der Politik zu erhalten.
Mit dem Kauf von Warner, so die Einschätzung vieler Marktbeobachter, wolle sich AT&T gegen die stark gewachsene Konkurrenz von Netflix und Amazon wappnen. Skeptiker sind allerdings von der Strategie noch nicht überzeugt und verweisen auf den Zusammenschluss von Warner mit AOL im Jahr 2000, der in der damaligen Internet-Euphorie als zukunftsweisend gefeiert wurde, sich dann aber als wirtschaftliches Debakel erwies.
Übernahmefieber herrscht auch in der Tabak-Branche: Der ohnehin schon große Zigaretten-
Konzern British American Tobacco („Lucky Strike“) will seinen Konkurrenten Reynolds für rund 47 Milliarden Dollar übernehmen.
2016 könnte auch für den deutschen Transaktionsmarkt ein Rekordjahr werden. An der Spitze der Liste steht der Bayer-Konzern, der den US-Saatgutanbieter Monsanto für 66 Milliarden Dollar übernehmen will. Umgekehrt werden auch deutsche Unternehmen öfter Ziel von ausländischen Übernahmen. Zu den global handelnden Käufern gehören immer öfter chinesische Konzerne. In diesem Jahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik schon die Rekordsumme von 181 Milliarden Dollar für Auslandsübernahmen ausgegeben. Das ist bereits eine Steigerung um 70 Prozent gegenüber dem Gesamtbetrag des Vorjahres.
In den USA läuft beispielsweise gerade die Übernahme des US-Versicherungskonzerns Gen-
worth Financial. Das Finanzunternehmen China Oceanwide werde die US-Firma mit Sitz in Richmond, Virginia, für 2,7 Mrd. Dollar erwerben, teilten die Unternehmen unlängst mit. China Oceanwide zahlt den Altaktionären nicht nur einen Aufschlag auf den Aktienkurs sondern übernimmt auch die Schulden und andere Verbindlichkeiten in Höhe von 1,12 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig plant die chinesische HNA Group in großem Stil beim US-Hotelriesen Hilton einzusteigen. Dazu will HNA einen 25-prozentigen Anteil von der Beteiligungsgesellschaft Blackstone übernehmen. Das HNA-Angebot von 26,25 Dollar pro Hilton-Aktie in bar oder insgesamt 6,5 Milliarden Dollar liegt ebenfalls ein ganzes Stück über dem Börsenkurs der Aktie.
Die Milliardenfusionen sorgten an den Börsen für Kursgewinne. „Die Deals zeigen, dass die Unternehmen die Aussichten für die Wirtschaft positiv einschätzen, und das ist ermutigend”, erklärte der Chefökonom des Investmentspezialisten First Standard Financial.
Fazit: Für die Stimmung an den Börsen sind die Fusionen gut. Ob sie sich immer betriebswirt-
schaftlich als langfristig sinnvoll erweisen, muss der Aktieninvestor nicht entscheiden. Von der guten Stimmung an den Aktienbörsen und den Kursgewinnen, die durch Übernahmen entstehen, profitieren alle Aktionäre, die rechtzeitig investiert haben. Mögliche Übernahmeziele sind deshalb auch bei Fondsmanagern beliebt. Zudem gibt es sogar Aktienfonds, die gezielt Übernahmesituationen für Investments nutzen.
Anleger, die als Selbst-Entscheider an zukünftigen Trends teilhaben möchten, finden im Finanzkontor Fonds Shop 24 die Möglichkeit, transparent und ohne teure Ausgabe-Aufschläge die entsprechenden Fonds zu kaufen.

Hier gehts zum FinanzkontorFondsShop24