Leben auf Mallorca: deutscher Krankenversicherungsschutz erlischt bei Erwerbstätigkeit auf Mallorca

wussten Sie das? Sie möchten als Ruheständler auf Mallorca Leben. Dann ist Vorsicht geboten, wenn Sie auf Mallorca als Rentner eine Arbeit aufnehmen. Denn dann gelten die Bestimmungen von Spanien und sie verlieren den Versicherungsschutz der deutschen Krankenkasse. Und das hat schwerwiegende Konsequenzen für Sie. So wie für Herrn Jung, dessen Fall ich hier kurz beschreiben möchte.

Christoph Albeck, Finanzkontor SL.
Christoph Albeck, Finanzkontor SL.

Viele träumen von einem Leben auf Mallorca. Auch und gerade im Ruhestand. Aber nur Rentner zu sein, war Thomas Jung viel zu langweilig. Hier seine Geschichte, wie er unfreiwillig in die Falle der spanischen Sozialversicherung tappte.

Thomas Jung hatte seinen Ruhestand lange vorbereitet; schon vor acht Jahren hatte er sich eine Wohnung am Golfplatz auf Mallorca gekauft. Mit zwei Zimmern, damit ihn seine Enkel auch besuchen kommen konnten. Er kannte die Insel, hatte sich ein Beziehungsnetzwerk aufgebaut und verbrachte seine freien Tage ganz überwiegend auf Mallorca.
Doch dann ging plötzlich alles ganz schnell: er war in einer leitenden Position bei einer großen deutschen Versicherung, als diese ihm das Angebot machte, vorzeitig auszuscheiden und mit einer Einmalzahlung den Betrieb zu verlassen. Er nahm das Angebot an. Und wollte nun die Freizeit auf seiner Lieblingsinsel verbringen.

Nach drei Monaten begann, ihn die Langeweile zu quälen. Er war es einfach nicht gewohnt, seinen Alltag mit belanglosem wie Kaffeetrinken und Schwätzchen halten zu verbringen.
Da wurde ihm der Job des Marshall auf dem Golfplatz angeboten.

Ein Marshall ist quasi die Polizei auf dem Golfplatz. Die Autoritätsperson, die darüber wacht, dass die Golfordnung eingehalten wird. Alle Clubmitglieder und Green-Fee-Spieler dürfen von ihm kontrolliert werden und müssen seinen Anweisungen Folge leisten.

Er nahm den Teilzeit-Job an: mit drei anderen Kollegen teilte er sich fortan die Aufgabe, den Golfplatz nach außen zu verkörpern.

Der Job wurde sogar bezahlt. Mit rund 450 EUR im Monat. Die spanische Gesetzgebung ist nämlich sehr streng in Bezug auf Beschäftigungsverhältnisse und verlangt neben einer angemessenen Bezahlung auch den Sozialversicherungsbeitrag vom Arbeitgeber.

Zu Recht weist der Deutschlandfunk in einem Beitrag zum Thema Krankenversicherungspflicht für Rentner im Ausland darauf hin, das der Versicherungsschutz bei der deutschen gesetzlichen Kasse erlischt, sobald man sich in Spanien anmeldet.

Für Herrn Jung hatte das katastrophale Konsequenzen: er erhielt seine spanische Versichertenkarte, seine Krankenkasse in Deutschland den Hinweis, dass Herr Jung nun in Spanien gesetzlich versichert sei. Er mußte nun darauf achten, dass er nur noch die Vertragsärzte der Seguridad Social aufsuchte und nicht die privaten Ärzte, die ihm seine deutsche Krankenkasse bisher anteilig ersetzt hatte.

„Es gibt dann schon Unterschiede, denn Sie bekommen alle Sachleistungen nach den Gesetzen, wie sie auf Mallorca gelten. Sie bekommen nur noch das bezahlt, was ein in Spanien gesetzlich Krankenversicherter bekommt. Das heißt auch, dass sie dort mit anderen Verhältnissen konfrontiert sind als in Deutschland und das ist für mich in meinem Alter inakzeptabel.“

Herr Jung hätte gerne auf das Gehalt verzichtet und freiwillig die Runden als Marshall gezogen. Aber das ging nicht.

Als privat Krankenversichertem wäre Herr Jung übrigens nicht in die Falle spanische Sozialversicherung getappt: privat Krankenversicherte sind auch nach Aufnahme einer Beschäftigung in Spanien nach wie vor über ihre deutsche Krankenkasse versichert. Und die bezahlt übrigens weltweit. D.h., auch dann, wenn Sie Marshall auf den schönsten Golfplätzen außerhalb Europas werden möchten.

Wie geht es Ihnen? Kommt Ihnen diese Geschichte bekannt vor? Erzählen Sie uns Ihre Erlebnisse. Damit helfen Sie anderen Lesern.

 

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