Mallorquiner in Kuba: quo vadis nach dem Tod Fidel Castros?

By Christoph Albeck

Mallorquiner in Kuba

Wenige Ausländer in Kuba hatten in den vergangenen Jahrzehnten einen derartig großen Einfluß auf das Wirtschaftsgeschehen wie die Mallorquiner.
Mallorquinische Hotelketten gibt es in Kuba schon seit über 20 Jahren. Die Mallorquiner sind in der kubanischen Wirtschaft fest verwurzelt. Die Mallorquiner stehen für 90% aller Fremdenbetten auf der Karibikinsel (Quelle: http://www.elmundo.es/baleares/2016/11/27/583ac5ceca474128108b459f.html)
Jetzt, nach dem Tod von Fidel Castro, stellt sich die Frage: Quo Vadis?

Mallorquiner auf Kuba: starke Präsenz im Tourisimus, über 90% Marktanteil.

Die Präsenz der Mallorquiner im Tourismus auf Kuba ist atemberaubend: über 90% aller auf der Karibikinsel angebotenen Betten gehören mallorquinischen Hotelunternehmen. Unter Castro profitierten die Mallorquiner viele Jahre lang von den exzellenten Beziehungen der Spanier zu ihren lateinamerikanischen Freunden. In einer Art privilegierter Partnerschaft gelang es schon der Unternehmerfamilie Meliá vor 25 Jahren, trotz US-Embargo in Kuba zu investieren. Mit der Konsequenz, daß die Unternehmerfamilie um Escarrer auf eine Expansion in den USA verzichten mußte. Meliá besitzt heute in Kuba 28 Hotels mit über 3000 Betten.
Iberostar ging zwar nicht so weit wie Meliá, aber auch diese mallorquinische Hotelkette ist seit Jahren in Kuba investiert: derzeit werden 11 Hotels betrieben, in 2017 werden zwei weitere Resorts eröffnet. Iberostar betreibt ab nächstem Jahr unter anderem in La Habana das Hotel Riviera, ein 5 Sterne Haus mit 353 Betten. Außerdem wird ein brandneues Resort in Varadero mit 827 Zimmern in Betrieb genommen.

Mallorquiner auf Kuba: Verzweiflung an der sozialistischen Realität.

Das selbst erfindungsreiche Mallorquiner an der sozialistischen Realität verzweifeln können, zeigen die Engagements von Barceló und RIU Hotels. Im Management von Barceló wird offen von einer vertanen Chance gesprochen: mit nur zwei Hotels in Varadero verfügt man zwar über eine enorme Bettenkapazität, ist aber insgesamt nur schlecht gerüstet für den kommenden Boom. Dringend sucht die Hotelkette Barceló deshalb ein Stadthotel in La Habana. Bei RIU ist man noch schlechter auf den zukünftigen Boom vorbereitet: die mallorquinische Hotelkette RIUHOTELS hat Kuba 2015 sogar frustriert verlassen. Man kam einfach mit den dortigen Verhältnissen nicht zurecht. Allerdings sieht man im Management diesen Fehler ein und sucht schon seit Monaten nach einer Strategie, wieder in Kuba einzusteigen.

Mallorquiner auf Kuba: wie man sich auf den Boom von US-Touristen vorbereitet.

Globalia mit der Air Europa, Halcón Viajes und BeLive Hotels zeigen, wo die Reise hingehen könnte: bisher ist man mit drei Hotels vertreten. Man plant im Management allerdings, Flüge mit Air Europa von Miami nach La Habana anzubieten. Dies, in Kombination mit dem hauseigenen Reiseveranstalter Halcón Viajes und einem touristischen Megaprojekt in der Nähe der Hauptstadt lassen erkennen, wo die Reise hingehen könnte und welche Chancen sich in Zukunft für die Mallorquiner auf der karibischen Trauminsel ergeben könnten.

Mallorquiner auf Kuba. Benachteiligung von US-Unternehmen am Ende.

Fakt ist, daß bei einer Öffnung der kubanischen Wirtschaft die Mallorquinier Konkurrenz bekommen werden. Konnte man sich in der politischen Nische ganz gut behaupten, stellt sich die Frage, wie sich die Zukunft gestaltet, wenn kapitalstarke US-Unternehmen auf den Markt drängen.
Es ist jedenfalls davon auszugehen, daß mit einer Öffnung Kubas die historische Benachteiligung der US-Unternehmen (Stichwort US-Embargo) abgebaut wird. Allein schon die Gruppe der Exil Kubaner in Miami (im Übrigen starke Trump-Befürworter bei den US-Wahlen) wird dafür sorgen, daß in Zukunft US-Unternehmen in Kuba investieren dürfen.

Mallorquiner könnten die großen Verlierer sein.

Die Mallorquiner in Kuba könnten letztendlich die großen Verlierer sein, wenn es ihnen jetzt nicht gelingt, Eigentumsrechte an Grundstücken zu sichern. Exil-Kubaner in Miami werden in großem Stil Restitutions-Ansprüche geltend machen. Das allein ist aber nicht die einzige Herausforderung: im Gegensatz zu US-Unternehmen haben die Mallorquiner eine vergleichsweise dünne Kapitaldecke. Zukünftige Expansion wird nicht mehr im Biotop von exklusiven politischen Beziehungen zwischen Madrid und La Habana gelingen, sondern wird in harter Währung bezahlt werden müssen. Und da stehen die US-Unternehmen einfach besser da: von den 10 größten Hotelketten weltweit sind 8 aus den USA. Und kein einziges mallorquinisches Unternehmen ist dabei…

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