Aktien im Bann der Zinsen

Aktien im Bann der Zinsen

Aktien im Bann der Zinsen. Was Geldanleger jetzt bedenken müssen.
Im Januar 2018 erreichte der Deutsche Aktienindex, kurz „DAX“, neue Rekordhöhen. Während des Börsenhandels am 23. Januar wurde der neue Höchststand bei 13.596,9 Punkten markiert.
Keine drei Wochen später näherte sich der populäre Leitindex dem Stand von 12.000 bis auf drei
Punkte: ein Minus von 11,7 Prozent.
Sofort war vom „Crash“ die Rede. Und vom Beginn einer längeren Durststrecke an den Börsen.

Aber ist das gerechtfertigt? Oder haben wir nur eine relativ kleine, überfällige Gegenbewegung gesehen, eine sogenannte „Kurskorrektur“, die im Sinne einer „Konsolidierung“ sogar zur Befestigung des erreichten Kursniveaus beiträgt? Fakt ist, die Zinsen reagieren auf die veränderten Rahmenbedingungen.

Generell stehen Aktien immer im Bann der Zinsen. Langfristig. Aber kurzfristig können andere Faktoren dominieren.

Aktien im Bann der Börse: der sudden-crash als Angstmacher.

Auch um den Auslöser des plötzlichen Kursrückgangs wird gestritten: Am 2. Februar wurde der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Dabei wurden die durchschnittlichen Stundenlöhne für Dezember nach oben revidiert, vor allem aber fiel der Lohnanstieg auch im Januar stärker als erwartet aus: plus 2,9 Prozent gegenüber Januar 2017, was den stärksten Anstieg seit 2009 bedeutet.

Dies schürte ohnehin vorhandene Ängste, die US-amerikanische Notenbank (Fed) könne ihre Leitzinsen schneller anheben, um den auflebenden Inflationsgefahren entgegenzutreten – eine plausible Erklärung, zumal auch gute US-Konjunkturnachrichten die Angst vor Inflation und höheren Zinsen bekräftigten. Andere Beobachter wollen den Auslöser in einem sprunghaften Anstieg der Optionsprämien an der Terminbörse in Chicago ausgemacht haben. Dann hätte der sprichwörtliche Schwanz mit dem Hund gewedelt. So oder so ist die Sorglosigkeit, mit der gerade die Aktienbörsen in den USA von Rekord zu Rekord eilten, Vergangenheit.

In den Prognosen für das Jahr 2018 waren die meisten Investmenthäuser von einem anhaltend stabilen Wirtschaftswachstum weltweit ausgegangen. Dieses Szenario hat auch heute noch Gültigkeit, sowohl in den westlichen Wirtschaftsräumen USA und Europa, als auch in Asien einschließlich China und Japan. Es ist also nicht die Sorge davor, dass es mit der Weltkonjunktur jetzt schon bergab geht, sondern die Angst vor den Folgen einer boomenden Wirtschaft.

Aber immer mehr Marktteilnehmer – auch das gehört in eine Analyse der Aktienmärkte – gehen short. Bridgewater, nach eigenen Angaben weltgrößter Hedgefonds wettet mit Milliarden auf Kurseinbruch bei deutschen und europäischen Aktien. Die Party an den Börsen sei angeblich 2018 vorbei.

Aktien im Bann der Zinsen: was ist dran am „Inflationsgespenst“?

Denn damit kehrt das schon tot geglaubte Thema „Inflation“ zurück. Aktien im Bann der Zinsen. Derzeit bewegt sich die sogenannte Kerninflation, die die Preisentwicklung ohne die stärker schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise misst, noch innerhalb der erwarteten Bandbreiten. Dies könnte sich jedoch bei anhaltend gutem Wirtschaftswachstum, Fachkräftemangel und höheren Tarifabschlüssen peu à peu ändern. Dies wiederum würde die Notenbanken zu einer Umkehr ihrer in den vergangenen Jahren sehr lockeren Geldpolitik zwingen. Bisher haben die US-Notenbank „Fed“, die Europäische Zentralbank („EZB“) und Bank of Japan („BoJ“) erhebliche Überschussliquidität bereitgestellt. Unter Überschussliquidität versteht man Geld, das nicht für die Zahlungsabwicklung benötigt wird und das deshalb in Vermögensanlagen fließt, darunter Immobilien und Aktien. Die Fed selbst hat diesen positiven Effekt auf die Aktienmärkte mit einem zusätzlichen Anstieg von sechs bis sieben Prozent pro Jahr angegeben. Allerdings hat die US-Notenbank schon im Dezember 2015 damit begonnen, ihren Leitzins schrittweise anzuheben. Seitdem haben die Aktienkurse an der Wallstreet weiter angezogen. Und auch in früheren Phasen steigender Zinsen sind die Aktienkurse meist weiter gestiegen. Panik, wie sie zeitweilig Anfang Februar aufzukommen schien, ist also auch im Fall steigender Zinsen nicht angebracht. Zudem ist noch gar nicht abzusehen, wann die EZB und die BoJ erstmals ihre Zinsen wieder erhöhen werden.
Von der Fed werden in diesem Jahr mehrheitlich drei bis vier Zinserhöhungen um je einen Viertel Prozentpunkt erwartet. Für das Jahr 2019 gehen die derzeitigen Schätzungen für den US-Leitzins von 2,5 bis maximal drei Prozent aus. Dies wäre gemessen an früheren Zinszyklen immer noch so wenig, dass eine Bremswirkung auf die Aktienmärkte, sofern es sie überhaupt gibt, nicht hoch sein muss.

Aktien im Bann der Notenbanken: die bleiben vorsichtig.

Nicht wenige Kapitalmarktexperten zweifeln aber schon an der Erwartung steigender US-Zinsen.
Die aktuell guten Konjunkturdaten der US-Wirtschaft werden als sehr revisionsanfällig beurteilt, mit
Tendenz einer Anpassung nach unten.
Mit Bestimmtheit kann man im Moment wohl nur sagen, dass die Angst vor Deflation in Folge der Finanzkrise verschwunden sein dürfte. Damit entfällt für Notenbanken nach und nach die Notwendigkeit, so viel Geld wie in den vergangenen Jahren durch Zinsen nahe Null in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Dies spricht für eine allmähliche Normalisierung des Zinsniveaus. In der Eurozone dürfte es in diesem Jahr noch keine Zinserhöhungen durch die Notenbank geben. „Böse Überraschungen“ wie unerwartete Leitzinserhöhungen können von dieser Seite eigentlich ausgeschlossen werden, weil die Notenbanken – und vor allem die Fed – seit Jahren eine sehr marktorientierte Kommunikation betreiben, also Veränderungen ihrer Geldpolitik mit einem Vorlauf von Monaten andeuten. Dennoch gilt auch hier: Aktien im Bann der Zinsen.

Aktien im Bann der Inflation: sie bleibt die – latente – Gefahr

Inflationssorgen mögen einen Anlass für Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten geliefert haben.
Ein wirklicher Grund für ein Ende der guten Kursentwicklung bei Aktien ist aber nicht gegeben:

Konjunktur und Unternehmensgewinne entwickeln sich gut – bei immer noch sehr niedrigen Zinsen. Gerade in Europa gilt: Die Dividendenrenditen sind im Durchschnitt schon höher als die erzielbaren Zinsen. Und es ist nicht absehbar, dass sich dieses Verhältnis zugunsten der verzinslichen Anlagen bald ändern würde. Auf höhere Zinsen zu warten, ist und bleibt eine teure Strategie, zumal die Zinsen die steigende Inflation jetzt noch weniger als zuvor ausgleichen können. Für jeden, der ein paar Kursschwankungen aushalten kann, bleiben Aktien damit attraktiver als verzinsliche Anlagen.

Aktien im Bann der Zinsen: weiterführende Links für Geldanleger.

Wer Risiken reduzieren will weil er glaubt, die Aktienmärkte werden dieses Jahr volatil bleiben, findet hier meinen Anlagevorschlag für konservative Geldanleger.
Wer einen Überblick auf meine drei Modellportfolios unter dem Aspekt der Aktien im Bann der Zinsen werfen möchte, kann sich deren aktuelle Wertentwicklung unter diesem link anschauen.
Wer unabhängig von Aktienmärkten investieren möchte, sollte sich Geldanlagen mit kurzer Laufzeit in Mallorca Immobilien anschauen. Vor Ostern startet unsere nächste Crowdfunding Kampagne mit sehr attraktiven Rahmenbedingungen.

80/20 Investment

Über den Autor dieses Beitrags: Christoph Albeck ist Investor und professioneller selbständiger Anlageberater in Frankfurt am Main. Er berät Kunden bei Fragen zur Internationalisierung ihrer Geldanlage. Internationalisierung und Diversifizierung ist unter Risiko-Gesichtspunkten für jeden Anleger dringend geboten. Schwerpunkt seiner Beratung sind daher internationale Kapitalmärkte, steuerliche Strukturierung, Vermögens-Schutz sowie Auslandsimmobilien als Kapitalanlage und Direktinvestments in Grund und Boden. Sein Motto: „wer nicht streut rutscht aus“. Christoph Albeck hat seit über 25 Jahren seinen Zweitwohnsitz auf Mallorca und natürlich prägt das Leben auf dieser wunderbaren und internationalen Insel seine Sicht der Dinge. Er ist selber auf Mallorca als Immobilieninvestor und Bauträger tätig und kennt die Perspektive des Käufers. Er kennt die Zweifel, die sich bei einem Finca Kauf auf Mallorca zwangsläufig ergeben und gibt auf seinem Blog finanzkontor.es Tipps zu GeldanlageGeld verdienen mit Mallorca Immobilien, Crowdfunding auf MallorcaVermietung und zu Steuern. Christoph Albeck hat nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt jahrelang auf Leitungsebene bei internationalen Banken gearbeitet. Er verfügt daher über ein exzellentes Netzwerk und beste Kontakte zu den führenden Maklern, Bauträgern, Rechtsanwälten und Banken.

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