Aktienanlage passiv oder lieber aktiv? Traue keiner Statistik

Aktienanlage passiv oder lieber aktiv – warum Sie keiner Statistik trauen sollten, lesen Sie in diesem Artikel. Außerdem unsere Einschätzung zu den Aktienmärkten in den nächsten Monaten.

Der Nachteil einer aktiven Aktienanlage: die Vergangenheit ist ein schlechter Ratgeber für die Zukunft

Börsenstatistiker beobachten das Auf und Ab der Kurse und erhoffen sich daraus Hinweise, wann in Zukunft mit welchen Bewegungen zu rechnen ist. Bekanntlich ist es aber gerade die Ausnahme, die die Regel bestätigt, und so erweisen sich die durchschnittlichen Kursgewinne und -verluste der Vergangenheit oft als schlechte Ratgeber.

Beispiel gefällig? Die Kalendermonate August und September sind in den Augen von Börsenstatistikern für die Aktienanlage die schwierigsten, weil in diesen Monaten oft Kursverluste zu verzeichnen waren. Tatsächlich verloren auch in diesem Jahr besonders in Europa Aktien an Wert. Weil sich US-amerikanische Aktien aber weiterhin recht gut hielten, ist der Abstand zwischen dem US-Aktienmarkt und dem Rest der Welt mittlerweile erstaunlich groß geworden – sowohl hinsichtlich der Wertentwicklung als auch hinsichtlich der aktuellen Bewertung, also der Frage, wie „teuer“ oder „billig“ Aktien sind. Die amerikanischen Aktienindizes Dow Jones Industrial Average und S&P-500 haben in der letzten Septemberwoche neue Rekordhochs erreicht und damit auch dem Weltaktienindex zu einem schönen Anstieg verholfen. Welche Fonds-Manager haben das vorausgesehen? Insbesondere muss man bezüglich des MSCI World berücksichtigen, dass der viel beachtete MSCI Weltaktienindex zu über der Hälfte, nämlich rund 60 Prozent, aus US-amerikanischen Aktien besteht.

Der Nachteil einer passiven Aktienanlage: einfach stoisch zu investieren und Gefahren nicht zu erkennen, ist ein schlechter Ratgeber

Passive Aktienanlage ohne einen bedeutenden US-Anteil hätte dieses Jahr definitv schlechte Ergebnisse gebracht:
Seit dem Jahreshoch im Januar ist der MSCI Welt ohne USA um rund 15 Prozent gefallen. Und sogar am amerikanischen Aktienmarkt, der gemessen an den Aktienindizes so gut aussieht, ist die Mehrheit der Aktien in diesem Jahr gar nicht gestiegen, denn der Anstieg der Aktienindizes ist auf Kursgewinne bei relativ wenigen, aber sehr beliebten großen Technologie-Aktien wie Apple und Amazon zurückzuführen. Sehr viele Fondsmanager haben zu Recht auf diese Aktien gesetzt und ihre Fonds konnten von diesen Kursgewinnen profitieren. Sie haben eben nicht einfach stoisch blind investiert, sondern Gefahren erkannt und entsprechend reagiert.

Der Nachteil einer Aktienanlage insgesamt

Aktienanlage passiv oder lieber aktiv? Zu den Zukunftsaussichten gehen die Meinungen natürlich wieder einmal auseinander. Viele Fondsmanager halten den Höhenflug der Wachstumsaktien für gut begründet. Umsätze und Gewinne guter Technologie- und Internet-Konzerne sollten weiter steigen und dabei weniger anfällig für Krisen und Konjunkturschwächen sein. Andere Fondsmanager halten die Preise dieser Aktien für zu hoch. Sie sehen bei Substanzaktien die besseren Chancen, gerade auch in solchen Regionen und Ländern, in denen die Aktienkurse in den vergangenen Monaten gefallen sind, obwohl die Geschäfte nicht schlechter laufen.

Im laufenden Jahr haben diese sogenannten „Value“-Aktien allerdings wieder deutlich schlechter als die Wachstums- („Growth-„)Aktien abgeschnitten. Experten der internationalen Großbank HSBC bezifferten den Vorsprung von Wachstumsaktien gegenüber Substanzaktien im laufenden Jahr unlängst auf 12 Prozentpunkte. Ähnlich groß ist der Abstand, wenn man die entsprechenden Indizes des Indexanbieters Morgan Stanley Capital International (MSCI) vergleicht: Während Wachstumsaktien im laufenden Jahr auch nach jüngeren Kursrückgängen noch 7,2 Prozent Zuwachs verbuchen konnten, stehen Substanzaktien ohne Kursgewinne da.

Börsenstatistiker wollen beobachtet haben, dass sich während der Sommermonate Growth-Aktien ohnehin besser als Value-Titel entwickeln. Ab Herbst haben die Substanzaktien dann aber gute Chancen aufzuholen.

Am Ende scheint es egal zu sein ob Aktienanlage passiv oder lieber aktiv erfolgt.

Die auffällige Stärke des US-Aktienmarktes geht auch auf den dortigen konjunkturellen Rückenwind und eine gewisse Sorglosigkeit gegenüber möglichen Folgen der Handelskonflikte zurück. In der sogenannten „Berichtssaison“, der Zeit in denen Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse des vorangegangenen Kalenderquartals veröffentlichen, konnten amerikanische Unternehmen für das zweite Quartal wieder Umsatz- und Gewinnsteigerungen vermelden. Zudem fielen die Ausblicke der Unternehmen und der Analysten unterm Strich sehr positiv aus.

Aktienmärkte anfällig für Psychologie

Zwischenzeitliche Kommentare von US-Notenbank-Präsident Powell haben wohl auch zur Rekordjagd an der Wallstreet beigetragen. Allerdings erscheint es fraglich, ob er dem Wunsch seines Präsidenten nach niedrigen Leitzinsen entsprechen kann, denn die volkswirtschaftlichen Daten der USA lassen doch erwarten, das die Inflationsrate weiter steigt und die Notenbank dem mit höheren Zinsen entgegentreten muss. Politische Fragen wie der „Dauer-Skandal Trump“, der Fortgang seiner Handelskonflikte und die bevorstehenden Midterm-Wahlen beunruhigten die Wallstreet aber offenbar weniger als den Rest der Welt.
Dass sich die Aktienmärkte außerhalb der USA in diesem Jahr schwertun, liegt auch daran, dass sich die Konjunktur weltweit nicht mehr so parallel entwickelt. Nachdem das Wachstum im vergangenen Jahr weitgehend im Gleichschritt marschierte, haben die USA ihre Schrittzahl erhöht, während andere Volkswirtschaften die Gangart verlangsamen oder sogar ganz aus dem Schritt kommen. Letzteres gilt beispielsweise für die Türkei und Argentinien, wo die jeweils regierenden Politiker die Augen vor dem wirtschaftlich Notwendigen verschlossen haben. Weil diese Volkswirtschaften aber stark von der Bereitschaft des Auslands abhängig sind, die jeweiligen Außenhandelsdefizite zu finanzieren, führt ein Vertrauensverlust in eine Wirtschaftskrise.

Die Sorgen internationaler Investoren brachten die Kapitalmärkte der Schwellenländer insgesamt unter Druck. In der Gruppe der sogenannten „Emerging Markets“, also der Schwellenländer, die im Durchschnitt höheres Wirtschaftswachstum aufweisen, erlitten insbesondere die chinesischen Aktienmärkte in den zurückliegenden Wochen höhere Kursverluste. Gemessen am chinesischen CSI-300-Index sind Aktien dort seit dem Jahreshoch im Januar um rund 30 Prozent gefallen, obwohl die Gewinne der Unternehmen noch weiter gestiegen sind. Aber weil der Handelskonflikt mit den USA weiter eskalierte und Trump damit gedroht hat, alle chinesischen Ausfuhren in die USA mit Strafzöllen zu belegen, machen sich Anleger Sorgen um die zukünftigen Geschäfte chinesischer Unternehmen. Zölle führen zunächst einmal dazu, dass die Produkte in den USA teurer werden. Selbst wenn man keine Konkurrenten hätte, führt das zu einer rückläufigen Nachfrage. Zudem werden heimische oder zumindest nicht-chinesische Anbieter ihre Chance nutzen, um chinesischen Anbietern Marktanteile abzunehmen.

Die von Trump initiierten Handelskonflikte haben sich zwar insgesamt noch nicht auf die Weltkonjunktur niedergeschlagen, aber erhebliche Unsicherheiten geschaffen. Dann ist es auch egal, ob Sie Ihre Aktienanlage passiv oder lieber aktiv steuern.

Das Risiko eines plötzlichen Konjunktureinbruchs in den nächsten Monaten ist gering, die Gefahr eines Rückgangs des Weltwirtschaftswachstums im nächsten Jahr dadurch aber gewachsen. Gleichzeitig dürften die Inflationsraten zunächst weiter ansteigen, nicht zuletzt angetrieben durch den höheren Ölpreis und ein anziehendes Lohnwachstum. Nicht nur in den USA legten Beschäftigung und Löhne zuletzt so deutlich zu, dass mit weiteren Leitzinserhöhungen zu rechnen ist. Davon profitieren alle Aktien-Strategien, egal ob aktiv oder passiv. Aktienanlage passiv oder lieber aktiv ist dann egal.

Auch Japans Reallöhne wuchsen so stark wie seit gut 20 Jahren nicht mehr, sodass sogar dort ein Ende der sehr lockeren Geldpolitik absehbar ist. Als „Geldpolitik“ bezeichnet man die Gesamtheit von Maßnahmen, die Geldmenge in einer Volkswirtschaft in die gewünschte Richtung zu beeinflussen. Dies ist die vorrangige Aufgabe der jeweiligen Notenbanken. Eine üppige Versorgung der Wirtschaft mit Geld begünstigt Konjunktur und Aktienmärkte. Wächst die Geldmenge dagegen langsamer, bremst das auch die Börsen. Das Kapitalmarktumfeld dürfte also sowohl in den kommenden Wochen, als auch mittelfristig, d.h. in den nächsten Monaten, herausfordernd bleiben, was unter Chance / Risiko-Gesichtspunkten für aktiv gemanagte Fonds und eher gegen reine Indexaktienfonds spricht.

Mit dem September ist nach der Börsenstatistik allerdings der schlechteste der zwölf Kalendermonate für Aktien vorbei. Die Oktober sind schon besser als ihr Ruf, denn es überwogen im Durchschnitt Kursgewinne. Noch besser wird es dann ab November: Der Zeitraum bis einschließlich Januar gilt Börsenstatistikern als die beste Zeit für Aktien. Und auch die langfristige Statistik spricht für Aktieninvestments: Jahre, die mit einer „9“ enden, gehörten meist zu den besten eines ganzen Jahrzehnts. Das kann die Sorgen vor dem, was 2019 bringt, vielleicht zumindest abschwächen.

Aktienanlage passiv oder lieber aktiv? Warum beides durchaus seine Berechtigung hat.

Jeder Geldanleger sollte in Aktien investieren. Gerade in Deutschland sind Geldanleger viel zu gering in Aktien investiert. Geldanleger wählen am Besten in eine Geldanlage mit Modellportfolios und ETF. Und zwar sowohl über aktiv gemanagte Fonds (hier geht es zum Finanzkontor Fonds Shop) also auch über eine Geldanlage in ETF. Selbst das HANDELSBLATT sagt, daß beide Strategien ihre Berechtigung haben. Wenn Sie unschlüssig sind, welche Strategie für Sie die Richtige ist, kontaktieren Sie mich gerne für ein Beratungsgespräch! Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.

80/20 Investment

Über den Autor dieses Beitrags: Christoph Albeck ist Investor und professioneller selbständiger Anlageberater in Frankfurt am Main. Er berät Kunden bei Fragen zur Internationalisierung ihrer Geldanlage. Internationalisierung und Diversifizierung ist unter Risiko-Gesichtspunkten für jeden Anleger dringend geboten. Schwerpunkt seiner Beratung sind daher internationale Kapitalmärkte, steuerliche Strukturierung, Vermögens-Schutz sowie Auslandsimmobilien als Kapitalanlage und Direktinvestments in Grund und Boden. Sein Motto: „wer nicht streut rutscht aus“. Christoph Albeck hat seit über 25 Jahren seinen Zweitwohnsitz auf Mallorca und natürlich prägt das Leben auf dieser wunderbaren und internationalen Insel seine Sicht der Dinge. Er ist selber auf Mallorca als Immobilieninvestor und Bauträger tätig und kennt die Perspektive des Käufers. Er kennt die Zweifel, die sich bei einem Finca Kauf auf Mallorca zwangsläufig ergeben und gibt auf seinem Blog finanzkontor.es Tipps zu GeldanlageGeld verdienen mit Mallorca Immobilien, Crowdfunding auf MallorcaVermietung und zu Steuern. Christoph Albeck hat nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt jahrelang auf Leitungsebene bei internationalen Banken gearbeitet. Er verfügt daher über ein exzellentes Netzwerk und beste Kontakte zu den führenden Maklern, Bauträgern, Rechtsanwälten und Banken.

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