Die Bären kommen heim. Wirklich nur für kurze Zeit?

Die Bären kommen heim. Wirklich nur für kurze Zeit?
Das sind die Glücksmomente im Leben eines Anlageberaters: kaum hatte ich in meinem Blogbeitrag vor dem Einbruch an den Börsen (Der 500.000 EUR Anlagevorschlag) gewarnt, schon war er da: ein Blitzcrash aus heiterem Himmel.

Die Aktienkurse brachen auf breiter Front ein, zur Tech-Verkaufswelle gesellte sich das Facebook-Komplott und auch Donald Trump produziert mit sicherem Gespür für Fettnäpfchen eine politische Krise mit China.

Eine absolute Punktlandung für mein gemanagtes Depot. (Link)

Märchenhafte Ausgangssituation an den Märkten

Bis Ende Januar war die Welt der Börsianer in Ordnung gewesen. In Anlehnung an das im englischen Sprachraum populäre Märchen „Goldlöckchen und die drei Bären“ des englischen Dichters Robert Southey (wir berichteten in diesem Beitrag link) spricht man von einem „Goldlöckchen-Szenario“ (Englisch „Goldilocks economy“).

Darin findet das Mädchen Goldlöckchen im Haus von drei nicht anwesenden Bären ideale Bedingungen, insbesondere eine Schüssel mit Brei, der weder schon zu kalt noch zu heiß ist.

Diese Metapher wird auf ideale Bedingungen für die Börse übertragen:

Die Welt der Wirtschaft befindet sich in einer perfekten Mitte. Das Wachstum der Weltwirtschaft ist weder zu hoch, noch zu niedrig. Auch die Inflation ist gering.

Die Zentralbanken können dadurch die Zinsen und somit die Kosten für Kreditaufnahmen tief halten. Dieses günstige Umfeld von moderatem Wachstum, moderater Inflation und niedrigen Zinsen erlaubte den Aktienmärkten in den vergangenen Jahren das Erreichen neuer Rekordstände.
Im Märchen passiert, was passieren muss: Die Bären kommen heim und Goldlöcken bleibt nur die überstürzte Flucht.

Die Bären kommen heim: die Märkte wollen nicht mehr hoch, aber niemand kennt Anlage-Alternativen

Wer das „Goldlöcken-Szenario“ bemüht, sollte also immer daran denken, dass mit diesem Märchen auch an das drohende Ende der schönen Zeiten erinnert wird. Und der Bär ist zufällig auch noch das Symboltier für fallende Kurse. Und die Bären kommen heim!

Die Bären kommen

Anfang Februar dieses Jahres kündigte sich an den Kapitalmärkten die Rückkehr der Bären an. Und ein Teil der Anleger ist seitdem schon auf der Flucht. Es waren Daten zum Anstieg der Löhne in den USA, die die Angst vor höherer Inflation und steigenden Zinsen aufkommen ließen. Das hätten die Börsen wohl noch verkraftet. Aber kurz danach begann US-Präsident Trump in alle Richtungen mit Handelskriegen zu drohen. Wahrlich keine schönen Aussichten für die Weltwirtschaft.

Zölle sorgen für Unsicherheit

Sogenannte „Schutzzölle“ behindern die internationale Arbeitsteilung. Sie konservieren inter- national nicht mehr wettbewerbsfähige Industriestrukturen. Die „Geschützten“ verlieren damit meist endgültig den Anschluss und müssen dauerhaft mit Subventionen am Leben gehalten werden. Und für Konsumenten wird es durch Zölle so oder so teurer. Denn entweder werden die gezahlten Zölle auf die Preise umgewälzt oder die höheren Preise der geschützten Industrien bezahlt. Inzwischen ist die Liste der Länder länger geworden, die von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen werden sollen. Und die US-amerikanische Notenbank signalisierte anlässlich ihrer erwarteten Zinserhöhung um einen Viertel Prozentpunkt, dass im Jahresverlauf wohl nur zwei weitere dieser Schritte folgen würden. Ganz so schlimm, wie viele Beobachter der Börsen es erwartet haben, ist es also nicht gekommen, zumindest noch nicht. Sorgenvoll befürchtet man aber einen Handelskrieg zwischen den USA und China, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Sollte ein solcher Konflikt eskalieren, hätte er auch negative Auswirkungen auf den Rest der Welt.

Politische Börsen sind von kurzer Dauer – Zeit für einen Einstieg?

Die Märkte sind seit Anfang Februar „angeknackst“ und nervös: Der Aufwärtstrend, der sich noch im Januar mit neuen Rekordständen fortgesetzt hatte, könnte gebrochen werden. Kennzeichnend für die jetzige Börsenphase dürfte zunächst das Fehlen einer übergeordneten Bewegungsrichtung, also eines größeren Trends sein. Das kann für Anleger eine Chance sein.
Denn: die Makrodaten sind aber immer noch viel zu positiv für einen Crash – zumindest auf kurze Sicht.

Das sind die Gründe für einen Einstieg

Es gibt es viele Gründe dafür, dass sich diese Seitwärtsbewegung letztendlich im Laufe dieses Jahres doch nach oben auflösen könnte. Denn bis auf weiteres läuft die Weltkonjunktur gut und die Unternehmensgewinne steigen überall bei maximaler Auslastung.

Positive Makrodaten an den Aktienmärkten

Und wer allein den US-Aktienmarkt betrachtet, darf noch an eine Fortsetzung der Hausse glauben. Denn die wichtigen Aktienindizes in New York erlebten bislang nicht mehr als die überfällige Korrektur. Der Dow Jones berührte seinen 200-Tage-Durchschnitt bislang nicht einmal und der S&P-500-Index tat dies nur kurz. Ein Rückfall auf den Durchschnitt der vorausgegangenen 200 Tage gilt gemeinhin als normale Verschnaufpause und noch nicht als Trendwechsel. Nach einem Abwärtstrend sieht es erst aus, wenn die Aktienkurse für mehrere Tage und mehrere Prozentpunkte unter ihren 200-Tage-Durchschnitt fallen. Der Nasdaq-100- Index kletterte sogar in den ersten Märztagen über die bisherigen Hochs bei gut 7.000 Punkten und kehrte damit zunächst einmal in den Aufwärtstrend zurück, bevor er zuletzt wieder fiel. Von einem echten „Bärenmarkt“ sind die US-Aktienbörsen also noch weit entfernt. Einer weit- reichenden Aktienschwäche stehen auch die hohen Unternehmensgewinne entgegen, von denen Rekordsummen für Dividendenzahlungen (2018 wohl über 500 Mrd. USD nach 438 Mrd. USD 2017) und Aktienrückkäufe (2018 wohl über 700 Mrd. USD) verwendet werden.

Positive Daten an den Anleihemärkten

Auch am US-Anleihemarkt setzte sich der Kursrutsch nicht fort, sodass kein bedrohlicher Abwärtstrend entstanden wäre. Eine Rückkehr in den Aufwärtstrend gibt es hier allerdings nicht. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit erreichte in der Spitze im Febru- ar 2,94 Prozent. Zum Jahreswechsel 2013/14 war die Drei-Prozent-Marke erreicht und kurzzeitig leicht überschritten worden, bevor eine Erholung der Anleihekurse die Renditen wieder weit nach unten geführt hatte. Die Kursrückgänge bei US-Anleihen im Januar und Februar haben die Stimmung der Anleiheinvestoren pessimistisch werden lassen, was kurzfristig gegen höhere Kursverluste spricht. Seit einigen Wochen bleibt die Rendite denn auch schon unter der Drei-Prozent-Marke.

Ausblick für die nächsten Wochen: was machen die Bären?

Für Entspannung sorgen Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt: Einerseits wurden deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet (313.000 statt ca. 200.000), was auf einen anhaltenden Aufschwung hinweist. Andererseits verlangsamte sich der Anstieg der Stundenlöhne von 2,9 auf 2,6 Prozent. Robuster Wirtschaftsaufschwung ohne Lohninflation: Das erinnert dann doch wieder an das „Goldlöcken-Szenario“ vom inflationsfreien Wachstum.

Meine Empfehlung: fahren Sie auf Sicht. Die Bären lassen sich nicht vertreiben. Die erste Gewinnwarnung im Mai wird sie massenhaft in die Börsensäle treiben. Verdienen Sie ruhig die nächsten Wochen gutes Geld innerhalb eines ausgewogenen Portfolios und passen Sie auf. Im Mai wird es krachen.

80/20 Investment

Über den Autor dieses Beitrags: Christoph Albeck ist Investor und professioneller selbständiger Anlageberater in Frankfurt am Main. Er berät Kunden bei Fragen zur Internationalisierung ihrer Geldanlage. Internationalisierung und Diversifizierung ist unter Risiko-Gesichtspunkten für jeden Anleger dringend geboten. Schwerpunkt seiner Beratung sind daher internationale Kapitalmärkte, steuerliche Strukturierung, Vermögens-Schutz sowie Auslandsimmobilien als Kapitalanlage und Direktinvestments in Grund und Boden. Sein Motto: „wer nicht streut rutscht aus“. Christoph Albeck hat seit über 25 Jahren seinen Zweitwohnsitz auf Mallorca und natürlich prägt das Leben auf dieser wunderbaren und internationalen Insel seine Sicht der Dinge. Er ist selber auf Mallorca als Immobilieninvestor und Bauträger tätig und kennt die Perspektive des Käufers. Er kennt die Zweifel, die sich bei einem Finca Kauf auf Mallorca zwangsläufig ergeben und gibt auf seinem Blog finanzkontor.es Tipps zu GeldanlageGeld verdienen mit Mallorca Immobilien, Crowdfunding auf MallorcaVermietung und zu Steuern. Christoph Albeck hat nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt jahrelang auf Leitungsebene bei internationalen Banken gearbeitet. Er verfügt daher über ein exzellentes Netzwerk und beste Kontakte zu den führenden Maklern, Bauträgern, Rechtsanwälten und Banken.

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