Turbulenter Oktober auf den Wertpapiermärkten

Turbulenter Oktober auf den Wertpapiermärkten

Der Oktober ist in diesem Jahr seinem Ruf gerecht geworden, ein Monat für höhere Kursrückschläge zu sein. Dabei sind die Aktienkurse im Durchschnitt aller Oktober gestiegen, so dass so mancher mit Blick auf die Börsenstatistik schon aufgeatmet hatte, als die im Durchschnitt negativen Monate August und September vorbei waren. Aber der Oktober ist prädestiniert für spektakuläre Einbrüche. Beispielsweise fanden sowohl der Crash von 1929 als auch der von 1987 im jeweiligen Oktober statt. In diesem Jahr brachte der Monat zumindest die stärkste Kurskorrektur seit Anfang Februar. Ob daraus ein ausgewachsener „Bärenmarkt“ wird, also ein übergeordneter Abwärtstrend, bleibt noch abzuwarten. Allerdings lebte auf dem ermäßigten Kursniveau die Nachfrage nach Aktien wieder auf. Besonders gefragt waren Aktien von Unternehmen, die mit ihren guten Geschäftsergebnissen positiv überraschten, was zur Stabilisierung der Aktienmärkte maßgeblich beitrug.

Unter den Unternehmen, deren Geschäftsergebnisse im abgelaufenen dritten Quartal besser als erwartet ausfielen, war der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble. Der Hersteller von Ariel, Gillette und Pampers hat den Gewinn im Geschäftsquartal um 12 Prozent gesteigert.
Der Aktienkurs schnellte daraufhin um fast 9 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit Anfang des Jahres. Die Aktien von Paypal sprangen sogar um fast 10 Prozent nach oben. Der im Zuge der boomenden US-Wirtschaft florierende Internethandel hatte dem Bezahldienst im Sommer gute Geschäfte ermöglicht. Auch der Aktienkurs des Videostreaming-Dienstes Netflix zog zwischenzeitlich um fast 10 Prozent nach oben. Ein unerwartet kräftiger Nutzerzuwachs dämpfte vorübergehend Befürchtungen von Anlegern. Netflix-Aktien hatten sich schon fast 25 Prozent von dem Kursniveau entfernt, das zur Jahresmitte erreicht worden war. Die Kurserholung währte allerdings nicht lange und der Aktienkurs sackte wieder ab. Netflix ist eine der fünf Aktien, deren Anfangsbuchstaben das Kürzel „FAANG“ bilden, wir berichteten. Die anderen sind Facebook, Apple, Amazon und Google. Diese Handvoll großer Internet-Aktien waren für den größeren Teil des weitreichenden Kursanstiegs an den amerikanischen Aktienbörsen im vergangenen und in diesem Jahr verantwortlich. Doch in den zurückliegenden Wochen erlebten auch die Aktienkurse der anderen FAANG-Konzerne Rückschläge: Der Aktienkurs von Apple hielt sich noch relativ gut mit einem Rückgang um rund 8 Prozent in zwei Wochen. Amazon verlor binnen der beiden ersten Oktoberwochen 15 Prozent. Die Aktien des Google-Konzerns Alphabet entfernten sich ebenfalls schon gut 15 Prozent von ihrem Höchststand. Und die Facebook-Aktie testet mit einem Kursrückgang um mehr als 30 Prozent seit dem Rekordhoch Ende Juli sogar ihr Jahrestief.

Gerade diese hochkapitalisierten und deshalb in den Indizes hoch gewichteten Aktien waren es, die den vermeintlichen Aufwärtstrend des US-Aktienmarktes getragen haben. Ohne diese Stütze verbuchte der Nasdaq Composite Index jetzt das größte Minus seit mehr als zwei Jahren. Die Zeiten, in denen die FAANG-Aktien unkritisch als „sicherer Kauf“ gelten, scheinen vorbei zu sein. Auch Fondsmanager raten zu einer differenzierteren Sichtweise. Letztendlich müssen sich auch die Quasi-Monopolisten des Internets an ihren Geschäftsergebnissen messen lassen.

Als Grund der allgemeinen Marktschwäche gilt der Trend zu höheren Zinsen in den USA. Zudem wurde auf die Äußerungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) verwiesen, der seine Prognosen zum Wachstum der globalen Wirtschaft gesenkt und vor möglichen Finanzmarkt-Turbulenzen gewarnt hatte.

Zuvor war immer wieder auf die guten Konjunkturdaten in den USA verwiesen worden, die belegten, dass die Wirtschaft dort ihren schon langewährenden Aufschwung fortsetzt. Sowohl der US-Leitindex Dow Jones Industrial als auch der Nasdaq-100-Index hatten darauf in den ersten Oktobertagen neue Bestmarken erklimmen können. Auch der MSCI Welt, der zu 60 Prozent aus US-Aktien besteht, hatte mit einem neuen Hoch seinen übergeordneten Aufwärtstrend noch einmal bestätigt. Der Handelsstreit zwischen den USA und China wurde an den US-Börsen weitgehend ausgeblendet, belastet aber die chinesischen Börsen.

Inzwischen besteht an den Märkten weitgehend Einigkeit darüber, dass der Zenit dieses Konjunkturaufschwungs überschritten ist. Unklar ist allerdings, wie lange und wie weit die US-Notenbank die Zinsen noch anhebt: Sollte der US-Konjunkturaufschwung Mitte nächsten Jahres in eine Schwächephase übergehen, dürfte die Notwendigkeit sinken, mit Leitzinserhöhungen die anziehende Inflation zu bekämpfen. Ein früher als erwartetes Ende der Zinserhöhungen würde von den Börsen wohl mit Kursgewinnen quittiert. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass auch in einer Phase von Zinserhöhungen die Aktienkurse meist (weiter) gestiegen sind. Nur wenn eine regelrechte Rezession mit fallenden Unternehmensgewinnen folgen sollte, hatte das auch fallende Aktienkurse zur Folge. Dann wäre der turbulente Oktober nur ein Vorgeschmack für eine Baisse.
Doch eine Verlangsamung des Wachstums ist noch keine Rezession. Zumindest für das Jahr 2019 sieht es eher danach aus, dass das Wachstum positiv bleibt. Für die USA erwarten die von uns befragten Experten mit erstaunlich großer Übereinstimmung ein Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Europa dürfte weiterhin weniger Wachstum vorweisen. Der Mittelwert der Wachstumsprognosen liegt aber mit rund 1,5 Prozent auch klar im positiven Bereich. Weltweit sollte sogar wieder eine Drei vor dem Komma stehen, getragen vom höheren Wachstum der Schwellenländer.
In Europa hatte die Ankündigung höherer Staatsschulden durch die populistische Regierung in Italien schon am letzten Handelstag des Septembers die Stimmung an den Börsen verdorben.
Die italienische Regierung legte ihren Haushaltsentwurf vor, der eine Neuverschuldung in Höhe von 2,4 Prozent des BIP vorsieht und damit von den Haushaltszielen der EU-Kommission abweicht. Auch die Verhandlungen der EU mit der britischen Regierung, um den Austritt des Landes, den sogenannten „Brexit“, zu regeln, blieben bislang ergebnislos.

Turbulenter Oktober auf den Wertpapiermärkten: wie Sie jetzt dem Auf und Ab an den Märkten trotzen

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Über den Autor dieses Beitrags: Christoph Albeck ist Investor und professioneller selbständiger Anlageberater in Frankfurt am Main. Er berät Kunden bei Fragen zur Internationalisierung ihrer Geldanlage. Internationalisierung und Diversifizierung ist unter Risiko-Gesichtspunkten für jeden Anleger dringend geboten. Schwerpunkt seiner Beratung sind daher internationale Kapitalmärkte, steuerliche Strukturierung, Vermögens-Schutz sowie Auslandsimmobilien als Kapitalanlage und Direktinvestments in Grund und Boden. Sein Motto: „wer nicht streut rutscht aus“. Christoph Albeck hat seit über 25 Jahren seinen Zweitwohnsitz auf Mallorca und natürlich prägt das Leben auf dieser wunderbaren und internationalen Insel seine Sicht der Dinge. Er ist selber auf Mallorca als Immobilieninvestor und Bauträger tätig und kennt die Perspektive des Käufers. Er kennt die Zweifel, die sich bei einem Finca Kauf auf Mallorca zwangsläufig ergeben und gibt auf seinem Blog finanzkontor.es Tipps zu GeldanlageGeld verdienen mit Mallorca Immobilien, Crowdfunding auf MallorcaVermietung und zu Steuern. Christoph Albeck hat nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt jahrelang auf Leitungsebene bei internationalen Banken gearbeitet. Er verfügt daher über ein exzellentes Netzwerk und beste Kontakte zu den führenden Maklern, Bauträgern, Rechtsanwälten und Banken.

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