Börsen ohne einheitliche Trends

Börsen ohne einheitliche Trends

Börsen ohne einheitliche Trends – Börsenbericht von Christoph Albeck

Die Kapitalmärkte waren schon im Verlauf des Monats Mai zunehmend nervöser geworden – und zwar sowohl die Märkte für Aktien als auch diejenigen für Anleihen. Bis Mitte Mai kletterte die laufende Verzinsung von US-Anleihen auf den höchsten Stand seit 2011. Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit fielen soweit im Kurs, dass sich erstmals seit sieben Jahren wieder eine Rendite von 3,1 Prozent errechnete. Entsprechend entstanden Anleihebesitzern Kursverluste. Weil höhere Zinsen für amerikanische Staatsanleihen Kapital aus aller Welt in die USA locken, strahlten die Kursverluste auf alle anderen Kapitalmärkte und den Devisenmarkt aus. Auch Unternehmensanleihen und Aktien werden von einem Renditeanstieg belastet, denn sie konkurrieren mit Staatsanleihen um die Gunst der Anleger. Mit den US-Zinsen stieg auch der US-Dollar: Von rund 1,20 Anfang Mai ging es bis auf nur noch 1,154 Dollar pro Euro. Seit Juli vergangenen Jahres hatte man nicht mehr so wenig Dollar für eine Einheit der europäischen Gemeinschaftswährung ausgeben müssen.

Börsen ohne einheitliche Trends – Gründe gibt es genug

Der gleichzeitige Anstieg der Zinsen und des Dollars belastete insbesondere die Aktien- und Anleihekurse der Schwellenländer. Internationale Anleger ziehen Kapital aus den Emerging Markets ab und investieren es in die wieder besser verzinslichen US-Staatsanleihen. Länder mit schwachen volkswirtschaftlichen Daten wie Argentinien und die Türkei gerieten erheblich unter Druck. In Europa verloren vor allem italienische Staatsanleihen aus politischen Gründen deutlich an Wert. Die aus Links- und Rechtspopulisten gebildete neue Regierung in Rom wünscht sich, nicht alle Anleihen zurückzahlen zu müssen, um ihre teuren Pläne finanzieren zu können. Der Effekt ist ein gegenteiliger: Wachsendes Misstrauen gegenüber italienischen Staatsanleihen führt zu deutlich höheren Zinsen, die Italien bei der Ausgabe neuer Staatsanleihen zahlen muss, um noch Geldgeber zu finden. Statt weniger als zwei Prozent muss Italien nun rund 2,7 Prozent Zinsen pro Jahr zahlen, wenn es Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit ausgibt. Schon in der zweiten Maihälfte kam es aber bei den US-Staatsanleihen zu einer Gegenbewegung. Die höhere Nachfrage nach US-Staatspapieren ließ deren Kurse steigen – und damit die laufende Rendite wieder fallen. Kurz vor Ende Mai war die Rendite zehnjähriger USStaatsanleihen wieder unter 2,8 Prozent – auf dem Niveau von Anfang April. Danach pendelte sich die Rendite bei rund 2,9 Prozent ein. Im Zuge dieser Entspannung beruhigten sich dann auch die anderen Rentenmärkte wieder. Allerdings erlebten sie keine vollständige Kurserholung.

Börsen ohne einheitliche Trends – Euro – und Schwellenländer sorgen für Misstrauen

Insbesondere gegenüber Italien und einigen schwächeren Schwellenländern blieb Misstrauen im Markt. Auch bei Unternehmensanleihen sind Anleger vorsichtiger geworden, was sich im Renditeabstand zu Staatsanleihen zeigt. Der allgemeine Zinsanstieg zusammen mit einer Ausweitung der sogenannten „Creditspreads“ als Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen höchster Qualität bescherte den meisten Unternehmensanleihen Kursverluste. Auch der Dollar-Euro-Wechselkurs setzte seinen Trend im Juni zunächst nicht fort, sondern ging eher in eine Seitwärtsbewegung bei gut 1,15 bis 1,18 Dollar über. Die gegenüber Europa bessere Konjunkturentwicklung in den USA und der wachsende Zinsvorteil des US-Dollars gegenüber dem Euro könnten aber eine weitere Dollarerholung begründen.

Börsen ohne einheitliche Trends – Protektionismus eskaliert

Im Juni sorgte vor allem die Eskalation der Handelsstreitigkeiten durch US-Präsident Trump für Sorgen an den Weltbörsen. Nachdem Trump den G7-Gipfel in Kanada für ergebnislos erklärt hatte und sein Treffen mit Nordkoreas Diktator als Erfolg verkaufen wollte, eskalierte er die Handelskonflikte mit China und Europa. Darunter litten allerdings auch US-Standardwerte. Der Dow Jones erlebte eine ungewöhnlich lange Verlustphase von acht Tagen in Folge. Mit 24.580 Punkten liegt der Index für die großen Standardaktien der USA gegenüber Jahresbeginn leicht in der Verlustzone. Besser sieht es an der von Technologieunternehmen geprägten Nasdaq-Börse aus. Deren Leitindex, der Nasdaq-100, erreichte im Juni neue Höchststände.

Börsen ohne einheitliche Trends – Geschäftsmodelle der großen Internet-Konzerne werden hinterfragt

Die Zweifel an den Geschäftsmodellen der großen Internet-Konzerne, die in der zweiten Märzhälfte für Kursverluste gesorgt hatten, sind wieder der Zuversicht gewichen, dass sich die Erfolgsstorys von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google, den sogenannten „FAANG“- Aktien, fortsetzen werden. Auch der Russell-2000-Aktienindex, der die Kursentwicklung kleinerer, überwiegend nur in ihrem Heimatmarkt USA tätigen Unternehmen zusammenfasst, erreichte neue Rekordwerte. Diese Unternehmen profitieren von der Steuersenkung und müssen gleichzeitig Zölle weniger fürchten als die über Ländergrenzen hinweg arbeitenden Großkonzerne.

Börsen ohne einheitliche Trends – Europa, Öl und Automobilie belasten

Die Ende März begonnene Kurserholung an den europäischen Aktienmärkten endete dagegen Mitte Mai. Die Angst vor einer Rückkehr der (süd-)europäischen Staatsschuldenkrise belastete die Aktienkurse von europäischen Banken. Ende Mai und im Verlauf des Junis fand der Euro Stoxx 50 zunächst bei 3.400 Punkten Unterstützung. Überdurchschnittliche Kursverluste verzeichneten Aktien aus der Automobilbranche, weil diese stärker von drohenden US-Importzöllen betroffen wären. Beim Treffen der erdölexportierenden Staaten in Wien einigte sich das Kartell auf eine Erhöhung der Fördermengen um eine Millionen Barrel pro Tag. Zu den Staaten, mit denen die OPEC ihre Förderpolitik abstimmt, gehört auch Russland, das für eine stärkere Erhöhung plädierte. Die Anhebung um eine Million Barrel pro Tag lag unter den durchschnittlichen Erwartungen, sodass die Ölpreise daraufhin stiegen, zumal wohl nicht alle Länder ihre höheren Quoten ausschöpfen werden. Experten der Commerzbank rechnen deshalb nur mit einer tatsächlichen Fördermengenausweitung um 600.000 Barrel pro Tag.

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Über den Autor dieses Beitrags:
Christoph Albeck ist professioneller selbständiger Anlageberater in Frankfurt am Main. Er berät und betreut Kunden bei der Geldanlage von Einmalbeträgen aus Firmenverkauf, aus Lebensversicherungen und Schenkung unter der Maßgabe, daraus ein dauerhaft stabiles Einkommen zu erzielen. Schwerpunkt seiner Beratung sind internationale Kapitalmärkte und Immobilien als Kapitalanlage sowie Direktinvestments.

Er betreibt den Finanzkontor FondsShop 24 und lebt seit über 25 Jahren auf Mallorca und natürlich prägt das Leben auf dieser wunderbaren und internationalen Insel seine Sicht der Dinge.

Christoph Albeck ist selber auf Mallorca als Immobilieninvestor und Bauträger tätig und kennt die Perspektive des Käufers. Er kennt die Zweifel, die sich bei einem Finca Kauf auf Mallorca zwangsläufig ergeben und gibt Tipps zur Immobiliensuche, zur günstigsten Finanzierung in Spanien und zu Steuern. Er hat nach seinem Abschluß als Diplom-Volkswirt (Universität Konstanz) jahrelang als Bankdirektor auf Mallorca gearbeitet.

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