Goldlöckchen und das inflationsfreie Wachstum

Goldlöckchen und das inflationsfreie Wachstum
„Die beste aller Welten“ für Ökonomen und Börsianer besteht in inflationsfreiem Wachstum.

Dieses gegenwärtig in der Weltwirtschaft herrschende Szenario wird auch „Goldilocks economy“ genannt, auf Deutsch „Goldlöckchen-Szenario“. Die Metapher geht auf das im englischen Sprachraum populäre Märchen „Goldlöckchen und die drei Bären“ des englischen Dichters Robert Southey zurück. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, sondern genau richtig. Der Brei im Haus der drei Bären, den das Mädchen Goldlöckchen vorfindet, ist genau richtig temperiert, um gegessen zu werden.

In der Welt der Wirtschaft steht „goldilocks“ deshalb für Wirtschaftswachstum, das hoch genug ist, um Beschäftigung und Wohlstand zu erhöhen, aber nicht so hoch, dass es zu Fehlentwicklungen kommt, insbesondere stark steigenden Preisen. Dies gilt spätestens seit vergangenem Jahr für die Weltwirtschaft. Das Wachstum ist weder zu hoch, noch zu niedrig. Es liegt leicht oberhalb des langjährigen Durchschnitts. Gleichzeitig blieb die Inflation unter Kontrolle. Goldlöckchen und das inflationsfreie Wachstum eben.

Doch die Verwendung der Goldlöckchen-Metapher ist auch immer eine Mahnung, wie schnell es mit dieser heilen Welt vorbei sein kann. Im Märchen kommen die drei Bären plötzlich nach Hause und dem Mädchen bleibt nur noch die Flucht. Jetzt, Anfang 2018, scheinen die Bären aber noch von ihrem Haus entfernt zu sein. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Konjunkturaufschwung sich fortsetzt, also die Weltwirtschaft real mit mehr als drei Prozent gegenüber 2017 wächst, wird allgemein als sehr hoch angesehen. Ob dies allerdings auch ohne Beschleunigung der Inflation über die Bühne gehen wird, sehen einige Experten schon skeptischer. Die Unternehmensgewinne dürften je nach Volkswirtschaft und Branche weiter steigen, meist zwischen 10 und 15 Prozent gegenüber 2017. Dies ist die wichtigste Größe für die Entwicklung der Aktienkurse, deren Chancen weiter zu steigen dann gar nicht so schlecht sind.

Goldlöckchen und das inflationsfreie Wachstum in den letzten Jahren
Der langanhaltende Konjunkturaufschwung birgt aber auch die Gefahr, dass sich die sehr lockere Geldpolitik der Notenbanken doch noch rächt. Rückblickend kann man bislang feststellen, dass das Krisenmanagement der Notenbanken diesen schon seit 2009 währenden Konjunkturaufschwung wohl erst ermöglicht hat. Ohne die Billionenbeträge billigen Geldes, die die Notenbanken durch Verzicht auf Zinsen und umfangreiche Wertpapierkäufe in die Weltwirtschaft gepumpt haben, wäre die Weltwirtschaft möglicherweise im Anschluss an die Finanzkrise 2008 direkt in eine schwere Depression geschlittert. Zehn Jahre später stehen die Notenbanken vor der Herausforderung, ihre ultralockere Geldpolitik behutsam zu beenden. Die US-amerikanische „Federal Reserve Bank“ ist dabei schon weit gekommen, hat ihre Anleihekäufe eingestellt und hob insgesamt fünfmal ihren Leitzinssatz an. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum gerade erfolgten Jahreswechsel immerhin den Umfang ihrer monatlichen Anleihekäufe auf 30 Milliarden Euro halbiert. Aber wie bei der Bank of Japan stehen noch keine
Zinserhöhungen an.

Die Notwendigkeit, die Zinsen spürbar zu erhöhen, könnte allerdings entstehen, wenn sich die Inflationsraten über die Zwei-Prozent-Marke hinaus Richtung drei Prozent bewegen würden.
Ein zu zögerlicher Kampf gegen die Inflation könnte eine Spirale von Preissteigerungen in Gang bringen und zu einem Wertverlust der Papierwährungen führen. Erhöhen die Notenbanken die Zinsen dagegen zur wirksamen Inflationsbekämpfung zu schnell und weit, dürfte das den ohnehin „überreifen“ Konjunkturzyklus beenden. Irgendwann stehen die Bären in der Tür. Seien Sie darauf vorbereitet!

Über den Autor dieses Beitrags:
Christoph Albeck ist professioneller selbständiger Anlageberater in Frankfurt am Main. Er berät und betreut Kunden bei der Geldanlage von Einmalbeträgen aus Firmenverkauf, aus Lebensversicherungen und Schenkung unter der Maßgabe, daraus ein dauerhaft stabiles Einkommen zu erzielen. Schwerpunkt seiner Beratung sind internationale Kapitalmärkte und Immobilien als Kapitalanlage sowie Direktinvestments.

Er betreibt den Finanzkontor FondsShop 24 und lebt seit über 25 Jahren auf Mallorca und natürlich prägt das Leben auf dieser wunderbaren und internationalen Insel seine Sicht der Dinge.

Christoph Albeck ist selber auf Mallorca als Immobilieninvestor und Bauträger tätig und kennt die Perspektive des Käufers. Er kennt die Zweifel, die sich bei einem Finca Kauf auf Mallorca zwangsläufig ergeben und gibt Tipps zur Immobiliensuche, zur günstigsten Finanzierung in Spanien und zu Steuern. Er hat nach seinem Abschluß als Diplom-Volkswirt (Universität Konstanz) jahrelang als Bankdirektor auf Mallorca gearbeitet.

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